In Uganda entsteht ein neues Klassenzimmer

Neumarkt | 30. April 2026 | Eva Gaupp
Eine Delegation des Lions Club Neumarkt hat die Schule des Clubs in Uganda besucht. Dort wird gerade ein neues Klassenzimmer für naturwissenschaftliche Fächer errichtet. Und das ist nicht die einzige Investition der Lions vor Ort.
Die Schule in Uganda erhält ein neues Klassenzimmer.
Die Schule in Uganda erhält ein neues Klassenzimmer für naturwissenschaftliche Fächer. | Hammerbacher
Deutsche Schüler haben T-Shirts für die Schüler in Afrika mitgeschickt.
Das Willibald-Gluck-Gymnasium Neumarkt hat eine Patenschaft für die Schule übernommen und T-Shirts mitgeschickt. | Hammerbacher
Die Schüler in Uganda essen immer unter freiem Himmel.
Die 277 Schüler in Uganda essen immer unter freiem Himmel. Einen Speisesaal gibt es nicht. | Hammerbacher
Mitglieder des Lions Club Neumarkt sind für einige Tage nach Uganda gereist.
Mitglieder des Lions Club Neumarkt sind für einige Tage nach Uganda gereist. | Hammerbacher

Mehr als 8000 Kilometer trennen Neumarkt von dem Distrikt Kitgum in Uganda. Gefühlt eine ganze Welt. Eine Welt, in der die Neumarkter Lions mit ihrer Schule einen Unterschied machen wollen. Eine Delegation  um Unternehmer Bernhard Hammerbacher war dort.

277 Schüler zwischen 13 und 17 Jahren besuchen die St. Daniel Comboni Vocational Senior Secondary School. Die meisten leben auch dort, weil der tägliche Fußmarsch durch den Busch zu ihrem Elternhaus zu weit wäre. Denn die  Schule ist weit und breit die einzige. Lions-Mitglied Bernhard Hammerbacher war schon .... Mal dort. Für seine Schwester Ursula, seine Frau Doris sowie  deren Tochter Ute war es das erste Mal.

Schüler begegnen den Gästen  mit Wissbegier„Wenn man sieht, wie einfach die Menschen dort leben müssen, dann weiß man umso mehr zu schätzen, was es bedeutet, eine Waschmaschine zu haben“, nennt Doris Hammerbacher ein Beispiel. „Wir leben hier in einem Paradies.“ Während in Deutschland Regale voller Köstlichkeiten die Supermärkte füllten, ernährten sich die Schüler und Lehrer jeden Tag von Bohnen und einer Art Maispolenta.

Gleichzeitig hat sie die Freundlichkeit  und die Wissbegier der Schüler beeindruckt. Ihre Offenheit habe erst gar keine Unsicherheit aufkommen lassen. „Und trotzdem ist alles sauber, ordentlich, die Schule wird professionell geführt“, zeigt sich ihre Schwägerin Ursula Hammerbacher ebenfalls beeindruckt.

Die Gruppe war auch dieses Mal nach Afrika geflogen, um zu sehen, wie die Spenden eingesetzt werden. Träger der Schule ist zwar die örtliche katholische Kirche, die Finanzierung läuft jedoch komplett über den Lions Club Neumarkt. Dieser   hatte die Einrichtung alleinverantwortlich weitergeführt,   nachdem die Comboni-Missionare sich einige Jahre nach der Eröffnung zurückgezogen hatten.

Über das Lions Hilfswerk werden die monatlichen laufenden Kosten in Höhe von rund 2800 Euro geleistet, „alle Investitionen sind nur möglich Dank zusätzlicher Spenden“, erklärt Bernd Sandtner, der Rechnungsprüfer des Lions Clubs, der bereits zum zweiten Mal   mitgereist ist.

Und zu investieren gibt es so einiges: Das fängt bei neuen Wasserleitungen und Toiletten an, geht weiter über einen Ofen, um Hygieneartikel zu verbrennen, und hört bei einem Zaun gegen wilde Tiere noch lange nicht auf. Weil die Schüler und Lehrer bislang im Freien auf dem Boden essen – auch in der Regenzeit – denken die Lions darüber nach, Möbel für die Schulaula zu finanzieren, um diese als Speisesaal nutzen zu können.

Aktuell entsteht ein neues Klassenzimmer für naturwissenschaftliche Fächer mit einem Lager und Ausstattung. Der Vorteil: Die Comboni-Missionare  mit Pater Konrad Tremmel, den viele Neumarkter kennen, betreiben eine große  Handwerkerschule in der Region. Dort werden die Möbel für das neue Klassenzimmer hergestellt. „So können wir gleich zweimal etwas Gutes tun“, sagt Bernhard Hammerbacher.

Außerdem wurden kürzlich  acht Laptops angeschafft, ein Motorrad, mit dem Patienten ins nächstgelegene Krankenhaus transportiert werden, Kühe, mit denen die schuleigenen Mais- und Gemüsefelder   bestellt werden, eine Getreidemühle, mit der die Schule Fremdaufträge übernehmen und somit etwas Geld dazu verdienen kann. Denn eigentlich ist es üblich, Schulgeld zu verlangen. „Die meisten Eltern können es jedoch nicht aufbringen“, sagt Bernhard Hammerbacher.

T-Shirts, Zahnbürsten und Spenden im GepäckDie Neumarkter hatten bei ihrem Besuch in Omiya Anyma auch Geschenke im Gepäck: Zahnbürsten und Zahnpasta,  Baseballkappen und T-Shirts. Letztere waren ein Geschenk der neuen Schulpaten. Denn  im März hat das Willibald Gluck Gymnasium mit der St. Daniel Secondary School  eine Patenschaft geschlossen. Den Erlös aus ihrem Basar in Höhe von 1700 Euro haben die Neumarkter Schüler  ebenfalls  gespendet.

Und eine weitere Initiative soll folgen, wie Bernhard Hammerbacher ankündigt: Handtücher, Löffel, vielleicht auch Trinkbecher und Verbandsmaterial sollen in der Schulfamilie des WGG gesammelt werden. An Pfingsten werden  die Spenden dann Dank des Münsterchors nach Afrika geflogen. Denn die Neumarkter Sängerinnen und Sänger – unter ihnen ebenfalls ein Lions-Mitglied –  nehmen an einem religiösen Fest in Ugandas Hauptstadt Kampala teil und haben sich bereit erklärt, Koffer mit Sachspenden mitzunehmen.

„Mit den Summen kann man in Uganda ein Vielfaches von dem bewirken, das in Deutschland möglich wäre“, erklärt Bernhard Hammerbacher sein Engagement als Lions-Mitglied, aber auch als Unternehmer. „Wir engagieren uns auch sozial in Deutschland und der Region“, unterstreicht seine Schwester Ursula. „Aber die westlichen Nationen leben auch auf Kosten der Menschen in Afrika. Deshalb haben wir eine Verpflichtung, uns um sie zu kümmern.“  Und Bernd Sandtner ergänzt: „Wenn man einmal dort gewesen ist, sieht man, dass wir einen Unterschied machen können. Wir geben den jungen Leuten  eine Perspektive“